Woran denkst du bei „Flüssigmetall"? Lava? Magma? Alles knapp daneben — Flüssigmetall existiert tatsächlich als stabile Verbindung. Metalle wie Gallium oder Quecksilber sind bei Raumtemperatur flüssig. Manche leiten Wärme hervorragend und eignen sich deshalb fürs Computing — konkret als Ersatz für Wärmeleitpaste. Sind sie wirklich besser als Wärmeleitpaste? Lass uns das klären.

Unterschiede zwischen Flüssigmetall und Wärmeleitpaste

Klären wir zuerst den Unterschied zwischen „Flüssigmetall" und „Wärmeleitpaste". Wärmeleitpaste ist eigentlich ein Produktname, Flüssigmetall dagegen ein Material — wir vergleichen also nicht wirklich beides. Was wir vergleichen, sind Wärmeleitpasten auf Flüssigmetall-Basis und auf Silikon-Basis. Silikon-Derivate sind die häufigsten Verbindungen in den meisten Wärmeleitpasten. Silikon wirkt als Medium in der Paste, hält Metallverbindungen (z. B. Zinkoxid) an Ort und Stelle und gibt der Paste ihre fettige Konsistenz.

Bei einer metallbasierten Wärmeleitpaste gibt es im Grunde kein Medium. Das heißt, das Metall selbst fungiert als Lückenfüller beim Auftragen. Flüssigmetall ist ein hervorragender Wärmeleiter — aber auch ein hervorragender Stromleiter. Das bringt Vorteile mit sich, aber auch Risiken. Vergleichen wir.

Flüssigmetall-Wärmeleitpaste

Pro

· Hammer Wärmeleitfähigkeit (~70 W/mK)

Contra

· Komplizierterer Auftragungsprozess

· Kann Komponenten beschädigen

Schauen wir uns zuerst die Flüssigmetall-Pasten an. Falls unklar: Wärmeleitpaste hat 2 Funktionen — erstens ein guter Wärmeleiter sein (weiß jeder), zweitens Lückenfüller sein. Die Oberflächen von CPU und Kühlkörper sind nicht perfekt. Sie haben Rillen und Lücken, in die Sauerstoff eindringen und die Wärmeübertragung stören kann. Aufgabe der Wärmeleitpaste ist, diese Lücken zu füllen.

Wie gesagt: Anders als ihre silikonbasierten Gegenstücke nutzen Flüssigmetall-Pasten kein Medium. Das Metall selbst füllt die Lücken zwischen CPU und Kühlkörper, wo sonst Sauerstoff eindringen würde. Das plus die komplett metallische Zusammensetzung macht sie zu deutlich besseren Wärmeleitern — regelmäßig bis zu 70 W/mK. Allerdings verwenden die meisten Flüssigmetall-Pasten Gallium oder ein ähnliches Metall. Diese Metalle sind nicht nur hervorragende Wärmeleiter, sondern zufällig auch hervorragende Stromleiter.

Jetzt fragst du dich vielleicht: „Ist das ein Problem? Rechner nutzen doch Strom, oder?" „Zwei Fliegen mit einer Klappe."

Normalerweise hättest du recht, aber Strom ist im Rechner nur dann nützlich, wenn er dort fließt, wo er soll — also nur wenn er auf definierte Weise mit Komponenten interagiert. Ein einziger Tropfen Gallium kann einen Stromfluss fehlleiten, eine andere Komponente auf dem Mainboard kurzschließen und dein komplettes Mainboard… unbrauchbar machen. Wie ist das mit dem Risiko-Ertrag-Verhältnis? Und falls das nicht reicht: Gallium reagiert gezielt mit Aluminium. Wenn deine CPU oder dein Kühlkörper aus Aluminium besteht oder Gallium auf eine Aluminium-Komponente gelangt, kann es das Aluminium versprödigen und eine Legierung bilden.

Unterm Strich: Der Auftragungsprozess von Flüssigmetall-Pasten ist viel riskanter und präziser als bei Silikon-Pasten.

Silikon-Wärmeleitpaste

Pro

· Preiseffizient (~$3/Gramm)

· Einfach aufzutragen, kein Risiko für Komponenten

Contra

· Geringere Wärmeleitfähigkeit (5-10 W/mK)

Anders als ihre Flüssigmetall-Verwandten sind Silikon-Pasten viel simpler. Neben Silikon oder Silikon-Derivaten nutzen sie meist einen Füllstoff wie Zinkoxid — oder eine ähnliche anorganische Verbindung — als Wärmeleiter. Manche Pasten nutzen auch organische Verbindungen als Füllstoff. Die sind aber meist weniger zuverlässig und zerfallen unter Hitze schneller.

Das Killer-Argument von Silikon-Pasten ist… naja, ihr Preis. Flüssigmetall-Pasten kosten das Zwei- bis Dreifache einer Standard-Tube Silikon-Paste. Sie sind schlicht teurer in der Herstellung — beim Preis gewinnt die Silikon-Paste klar.

Zweitens: Das Auftragen einer Silikon-Paste ist viel einfacher. Wenn du null Ahnung von Wärmeleitpaste oder Computern hast, kannst du einfach einen Tropfen Paste auf die CPU geben und loslegen. Falls was daneben geht: Die Inhaltsstoffe sind in der Regel nicht elektrisch leitend — kein Risiko für Mainboard oder andere Komponenten. Einfach mit Küchenpapier oder einem Spezial-Tuch abwischen und weitermachen.

„Aber die Contra-Punkte?"

Wir sagen „Contra", aber die Wärmeleitfähigkeit ist eigentlich nur „geringer" im Vergleich zu Flüssigmetall, das ja zur Spitzenklasse gehört. Das ist so, als würdest du sagen, deine Schreibtischlampe sei einem Industrie-Flutlichtstrahler unterlegen. Stimmt schon — aber letzteren willst und brauchst du in keiner praktischen Situation.

Was ist am besten zur Kühlung einer CPU/GPU?

Kommt drauf an. Was willst du erreichen? Silikon-Wärmeleitpasten sind für fast jede Aufgabe mehr als genug — Gaming, Videobearbeitung, viele Anwendungen gleichzeitig. Flüssigmetall-Pasten werden für extreme High-End-Builds oder für Enthusiasten genutzt, die Rechen- und Kühlleistung bis ans absolute Limit treiben wollen. Das heißt: CPU oder GPU übertakten und dazu ein High-End-Luft- oder Wasserkühlungs-Setup.

Neben deinen Leistungszielen ist das Spritzrisiko ein weiterer Punkt. Denk dran: JEDER Tropfen Flüssigmetall-Paste auf dem Mainboard oder anderen Komponenten ist ein riesiges Risiko. Wenn du sicher mit dem Auftragen bist, kann Flüssigmetall-Paste passen. Aber selbst als Profi kann Paste von allein verlaufen — trotz perfekter Anwendung.

Und wie erwähnt: Die Wärmeleitfähigkeit von Silikon-Pasten ist nicht so hoch wie bei Flüssigmetall. Trotzdem sind sie Industriestandard und erreichen super Ergebnisse. Fakt ist: Trotz der Flutlicht-Analogie ist der reale Leistungsunterschied zwischen Flüssigmetall- und Silikon-Paste gar nicht so groß.

Trotz der Vorteile empfehlen wir weiterhin Silikon-Wärmeleitpaste. Beispiel: Kooling Monster KOLD-01 ist eine Premium-Paste aus anorganischen Verbindungen, die deinen Rechner effektiv kühlt und zu Spitzenleistung verhilft.