Wärmeleitpaste wird oft als „vergessbare" PC-Komponente abgetan. Leute stecken Hunderte in ein starkes System – sparen sich dann aber die paar Euro für eine gute Wärmeleitpaste.

Falls dir das bekannt vorkommt: Ab in den Laden und eine ordentliche Tube kaufen. Aber wenn du gerade wirklich nicht rauskommst, fragst du dich vielleicht, ob es einen Ersatz für die Zwischenzeit gibt. Lies weiter – hier kommt alles, was du zu dem Thema wissen musst.

Was macht einen guten Wärmeleitpaste-Ersatz aus?

Bevor wir uns den Ersatzstoffen widmen, musst du wissen, was überhaupt einen guten Ersatz ausmacht.

Wärmeleitpaste soll dein System kühl halten, indem sie als effizienter Wärmeleiter und Lückenfüller zwischen CPU und Kühlkörper wirkt. Ein guter Ersatz muss dieselben Eigenschaften haben: Lücken vollständig füllen (ohne Luftblasen zurückzulassen) und gute Wärmeleit-Eigenschaften. Jede Wärmeleitpaste enthält Metalloxide, meist Aluminiumoxid – das ist die Komponente, die die Wärme leitet. Ein guter Ersatz muss also auch eine Art Metalloxid enthalten.

Zusätzlich ist gute Wärmeleitpaste ein fettiger Stoff, der jahrelang nicht austrocknet. Der flüssige Zustand sorgt für bessere Lückenfüllungs-Eigenschaften. Dein Ersatz darf also auch nicht schnell austrocknen.

Akzeptabler Ersatz für Wärmeleitpaste

Es gibt ein paar akzeptable Ersatzstoffe – mit einem klaren Disclaimer: Nutz sie nur, wenn du wirklich nicht an Wärmeleitpaste kommst. Wenn du in den Laden kannst, geh in den Laden. Hier die Top-Ersatzstoffe.

Wärmeleitpad

Wie der Name sagt: ein festes Pad, das du zwischen CPU und Kühlkörper legst – wie Wärmeleitpaste. Anders als manche Hausmittel (Zahnpasta z. B. – die du nicht verwenden solltest) sind Wärmeleitpads tatsächlich als Ersatz für Wärmeleitpaste gedacht.

Sie haben Eigenschaften, die sie unterscheiden – meist nicht im positiven Sinn. Die Wärmeleit-Eigenschaften liegen nicht auf dem Niveau von Wärmeleitpaste. Wärmeleitpads sind keine fettige Flüssigkeit, können also die Mikro-Luftblasen zwischen CPU und Kühlkörper nicht füllen. Als Lückenfüller also nicht erste Wahl. Zweiter Nachteil: Du musst die richtige Größe für deinen PC finden. Sie kommen in verschiedenen rechteckigen Größen – die passende zu finden ist mühsam.

Hast du aber die richtige Größe, ist das Auftragen einfach. Folie abziehen, Pad direkt auf die CPU legen – keine fettige Substanz.

Wärmeleitgel

Ein weiterer möglicher Ersatz: Wärmeleitgel. Ein dichter, fettartiger Fluid. Anders als das Pad ist Gel flüssig und kann alle Mikro-Luftblasen zwischen den Komponenten füllen – guter Lückenfüller. Zudem tropft oder läuft es nicht weg.

Aber die guten Nachrichten enden hier. Wärmeleitgel hat die nervige Eigenschaft, sofort nach Luftkontakt fest zu werden. Trägst du es auf die CPU auf, härtet es schnell aus. Das macht das saubere Auftragen schwierig. Plus: Ist es einmal fest, bekommst du's nur mühsam von CPU und Kühlkörper runter.

Schlechter Ersatz für Wärmeleitpaste

Jetzt kennst du die akzeptablen Ersatzstoffe – schauen wir uns Materialien an, die du nie als Ersatz verwenden solltest.

Zahnpasta

Viele PC-Neulinge halten Zahnpasta für einen „guten" Ersatz, weil sie ähnlich aussieht. Aber: Zahnpasta auf dem PC ist keine gute Idee. Wir empfehlen dringend, eine echte Wärmeleitpaste oder einen der obigen Ersatzstoffe zu verwenden.

Wärmeleitpaste enthält Metalloxide – genau für die Wärmeleitung. Zahnpasta enthält keine Metalloxide und leitet Hitze entsprechend schlecht. Je nach Marke, Formel und Geschmack können zudem Mineralien enthalten sein, die deinen PC beschädigen.

Nicht zuletzt: Das Wasser in der Zahnpasta verdunstet nach einer Weile. Dann verliert sie die flüssigen Eigenschaften, die sie überhaupt erst zum Lückenfüller machen. (Mehr dazu: Ist Zahnpasta als Wärmeleitpaste okay?)

Haarwachs

Manche denken an Haarwachs – keine gute Idee. Tests zeigen zwar, dass Wachs kurzzeitig Wärme leiten kann, aber nicht lange genug. Haarwachs härtet zwar nicht wie Gel aus, aber die Wasser-Anteile verdunsten schnell und hinterlassen einen dickeren Rückstand, der Lücken schlecht füllt.

Feuchtigkeitscreme

Feuchtigkeitscremes haben niedrige Schmelzpunkte – deshalb schmelzen sie, sobald du sie auf die Handfläche gibst. Auf der CPU aufgetragen schmilzt sie, sobald der PC heiß wird. Die Creme verflüssigt sich, läuft raus und hat hohe Chancen, die darunter liegende Elektronik zu beschädigen.

Was, wenn ich gar nichts auf die CPU gebe?

Ohne Wärmeleitpaste (oder guten Ersatz) bricht die Wärmeleitung deutlich ein – dein PC überhitzt viel, viel schneller.

Wärme wird von der CPU zum Kühlkörper übertragen, solange Kontakt besteht. Der Metall-zu-Metall-Kontakt bleibt zwar ohne Paste – aber zwischen den Oberflächen sind massig Luft-Lücken. Luft leitet Wärme schlecht und transportiert nicht genug Hitze von CPU zu Kühlkörper, um den PC kühl zu halten.

Zum Vergleich: Luft hat eine Wärmeleitfähigkeit von nur 0,024 W/mK – eine typische Wärmeleitpaste liegt bei 5–10 W/mK.

Ohne Wärmeleitpaste wird dein PC immer wieder unerwartet abschalten. Das passiert, damit die Temperaturen keine Schadensgrenze erreichen. Schaltet er nicht ab, riskierst du dauerhafte Schäden. (Mehr dazu: PC schneller machen mit Wärmeleitpaste – so geht's)

Fazit

Unterm Strich: Lass die Ersatz-Idee fallen und nimm eine hochwertige Wärmeleitpaste. Kommst du wirklich gar nicht an Wärmeleitpaste, nimm einen der Ersatzstoffe aus der „akzeptablen" Kategorie.

Aber unter keinen Umständen Zahnpasta oder andere Kandidaten aus der „schlechten" Kategorie verwenden.

FAQs

Welche Eigenschaften sollte ein guter Wärmeleitpaste-Ersatz haben?

Ein passender Wärmeleitpaste-Ersatz braucht ähnliche Eigenschaften wie Wärmeleitpaste: effiziente Wärmeleitung, gute Lückenfüllung und eine Komponente, die nicht schnell austrocknet. Idealerweise enthält er ein Metalloxid – die Hauptkomponente für Wärmeleitung in den meisten Pasten.

Welche Ersatzstoffe sind akzeptabel?

Akzeptable Ersatzstoffe sind Wärmeleitpads und Wärmeleitgele. Aber: Beide haben Einschränkungen gegenüber Wärmeleitpaste. Wärmeleitpads erreichen nicht dieselbe Leit-Effizienz und passen nicht immer auf jede CPU. Wärmeleitgel wird nach Luftkontakt schnell fest – Auftragen und Entfernen wird schwierig.

Warum sind Zahnpasta, Haarwachs und Feuchtigkeitscreme schlechte Ersatzstoffe?

Zahnpasta enthält keine wärmeleitenden Metalloxide wie Wärmeleitpaste, dafür Zutaten, die PC-Komponenten schaden können.

Haarwachs und Feuchtigkeitscremes haben Wasser-Anteile, die verdunsten und Rückstände hinterlassen, die Lücken schlecht füllen. Zusätzlich haben Feuchtigkeitscremes niedrige Schmelzpunkte – Risiko für die darunter liegende Elektronik.

Welche Risiken gibt's, wenn du keine Wärmeleitpaste (oder Ersatz) auf die CPU gibst?

Ohne Wärmeleitpaste oder Ersatz sinkt die Wärmeübertragung von CPU zu Kühlkörper deutlich – Folge: schnelle Überhitzung. Luft leitet Hitze schlecht, der PC kann wiederholt abschalten, um Schäden zu verhindern, oder er nimmt dauerhaften Schaden.

Warum ist hochwertige Wärmeleitpaste wichtiger als Ersatzstoffe?

Hochwertige Wärmeleitpaste garantiert effiziente Wärmeübertragung und bessere Lückenfüllung – das steigert Performance und Langlebigkeit des PCs. Manche Ersatzstoffe sind im Notfall okay, aber sie sind nicht so effektiv. Andere Alternativen – wie Zahnpasta – können dem System schaden.